Martin Raneg

Martin Raneg

Den äußerst sympathischen Musiker haben wir noch nie ohne ein breites Lächeln im Gesicht getroffen. Doch bei einem Punkt wird auch Martin ernst, „von nichts kommt nichts“ – Das Üben und die Proben sind harte Arbeit und verlangen sehr viel Disziplin, das sehen die wenigsten.

Lieber Martin, du bist Vollblut-Musiker, wie kann man sich dein tägliches Business vorstellen? Von einem Gig zum anderen, viele Fans und unglaublich viele Angebote?

Genau, ich bin Musiker, es ist mein Beruf, aber vor allem auch meine große Leidenschaft. Um die 100-mal im Jahr toure ich mit meiner Band „Die Stockhiatla“ durch Deutschland, Österreich, Italien und die Schweiz.

Vor allem im Sommer kommt es dann schon öfters vor, dass ich mehr unterwegs als zu Hause bin. Da gehts dann wirklich von Gig zu Gig. Die Live Auftritte sind aber tatsächlich nur ein Teil (m)eines Musiker Daseins. Viel meiner Zeit verbringe ich alleine in meinem Musikzimmer und bin am Üben oder lerne neue Songs für die Band. Es steckt also auch viel Einsatz und Ehrgeiz in dem was oft so locker auf der Bühne aussieht.

Also finanzierst du dir deinen Lebensunterhalt komplett durch deine Auftritte?

Das stimmt nicht ganz. Neben meiner Tätigkeit als Live-Musiker unterrichte ich auch als Akkordeon Lehrer und bin als Studiomusiker tätig. Es macht mir auch großen Spaß zu unterrichten und meine Musikalität weiterzugeben. Denn ich bin davon überzeugt, dass Musik etwas ganz Wichtiges und Schönes ist.

Wie ist es denn eigentlich dazu gekommen, dass du nun in Lederhosen auf der Bühne gemeinsam in einer Band stehst?

Mittlerweile sind 15 Jahre vergangen seitdem wir unseren ersten offiziellen Auftritt hatten. Von der Idee eine Band zu gründen bis hin zu unserem ersten Auftritt vergingen nur wenige Monate. Vor allem in den Anfangsjahren verging kein Wochenende an dem wir nicht probten und neue Songs einstudierten. Wie das Repertoire, so hat sich auch unsere Freundschaft dabei entwickelt und das ist, glaube ich, eines unserer Erfolgsgeheimnisse. Mit den Auftritten kamen dann auch immer mehr Anfragen und so hat sich alles schön langsam entwickelt.

Gab es jemals Zweifel, dass die Musik deine Leidenschaft ist?

Dass Musik meine große Leidenschaft ist, steht außer Zweifel, dennoch habe ich auch noch andere Hobbys die ich brauche um einen Ausgleich zu schaffen. Das mache ich zum Beispiel mit dem Sport, da habe ich CrossFit für mich entdeckt.

Wenn sich von heute auf morgen etwas ändern würde und du keine Musik mehr machen könntest, was würdest du stattdessen tun?

Ehrlich gesagt habe ich über diese Frage noch nie ernsthaft nachgedacht.

Wenn ich schon nicht aktiv Musik machen könnte, würde ich mir wahrscheinlich etwas anderes in diesem Bereich suchen. So ganz ohne Musik würde es so denke ich wirklich nicht gehen. Außerdem denke ich, es gibt nichts besseres als seine Leidenschaft auch zum Beruf zu machen.

Welche Musiker*innen bewunderst du und warum?

Ich kann da jetzt keinen speziellen Musiker nennen, den ich bewundere. Was mich aber fasziniert ist, wenn zum Beispiel Menschen oder Musiker versuchen das Bekannte zu verlassen und sich auf Entdeckungsreise begeben, neue Sachen ausprobieren um Neues zu schaffen. Das gilt natürlich nicht nur für den Bereich der Musik, sondern kann auch in anderen Bereichen stattfinden, wie zum Beispiel Steve Jobs mit Apple vorgezeigt hat. Es ist einfach faszinierend, wenn Menschen den Mut haben neue Wege zu gehen und etwas Neues kreieren.

Wenn man Musiker ist, dann stellt man sich das so vor, als wäre alles eitle Wonne, man lebt seine Leidenschaft und das ist auch noch sein Beruf, schöner könnte es nicht sein. Gibt es auch schlechte Tage?

Natürlich ist Musik machen etwas Wunderschönes. Man darf aber nicht vergessen, dass wie in meinem Fall, Musik auch ein Job ist. Das Üben und die Proben sind harte Arbeit und verlangen sehr viel Disziplin, das sind Sachen, die die wenigsten sehen. Es ist wie überall „Von nichts, kommt nichts“.

Wofür würdest du die Musik aufgeben?

Ich hoffe, dass die Musik mich immer in irgendeiner Art und Weise begleiten wird. Ich wüsste nicht was passieren müsste, dass ich die Musik aufgebe.

Wie bist du aufgewachsen, war da von Anfang an klar, dass Musik ein Teil deines Lebens wird?

Meine Eltern spielen beide eigentlich kein Instrument, meine Geschwister und ich haben trotzdem alle die Möglichkeit bekommen ein Instrument zu erlernen. Schon in der Grundschule wurde bei uns sehr viel Wert auf die Musik gelegt. Auch mein damaliger Musikschullehrer hat mich immer gefördert und bei Konzerten und Wettbewerben angemeldet und darauf vorbereitet. Die guten Erfolge und danach auch das Spielen mit meiner Band waren immer ein treibender Motor, in diese Richtung weiter zu machen.

Wenn du an deine Zukunft denkst, in welche Richtung soll sich deine Karriere entwickeln?

Das nächste Ziel, das ich mir gesteckt habe, ist der Abschluss meines Master Studiums an der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik. Ich denke Ziele zu haben ist etwas ganz Wichtiges. Dann weiß man schon vorab wofür man sich anstrengt und sein Bestes gibt.

Was ist dein Lieblingssong und warum?

Ich habe jetzt nicht den einen Lieblingssong, den ich immer wieder auf und ab höre, dafür gibt es zu viele Genres in denen ich mich zu Hause fühle und die mir gefallen. Angefangen von Oberkrainer Musik bis hin zur Klassik und Rock ist alles dabei. Ich verschließe mich auch nicht vor unbekannten Sachen und so entdecke ich immer wieder neue fantastische Musik für mich.

Als Musiker bist du es ja gewohnt vor großem Publikum zu spielen. Wie sieht deine momentane Situation aus? Machst du dir Sorgen hinsichtlich eurer Auftritte? Habt ihr schon Stornierungen?

Wir sind mit Silvester Vollgas in die neue Saison gestartet, die Maßnahmen der Corona Krise haben uns natürlich auch getroffen und einige Veranstaltungen wurden storniert. Leider, kann niemand sagen, wie lange diese Situation noch andauert und das macht es natürlich schwierig. Nichts desto trotz blicken wir positiv in die Zukunft und freuen uns umso mehr auf die Veranstaltungen, die ganz bestimmt wieder kommen werden. Und gerade in schwierigen Zeiten kann Musik auch dazu beitragen sich besser zu fühlen neue Energie zu tanken.

Musik lebt ja auch von dem LIVE Feeling, wie geht ihr als Band damit um?

Es ist schon ein komisches Gefühl an mehreren Wochenenden mal zu Hause zu sein, da wir als Band sonst fast jedes Wochenende gemeinsam unterwegs sind. Ich denke, die Zeit in der wir jetzt keine Auftritte haben, nützt jeder von uns umso mehr sich mit seinen Liebsten zu umgeben und seinen Hobbys soweit es geht nach zu kommen.

Wie schaut momentan dein Alltag aus?

Ich verbringe wie gewohnt viel Zeit in meinem Musikzimmer und arbeite an neuer Literatur, Songs für die sonst nur wenig Zeit bleibt. Zum Ausgleich lese ich gerne, gehe mit meinen Hunden spazieren und mache zu Hause Sport.

Martin Raneg & Die Stockhiatla

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